Gold, Silber und viele Farben in der Werkstatt der Engel

Lübecker Nachrichten vom 01.12.2012
Eutin – Kunsthandwerker-Markt hat seine Pforten im und am Eutiner Schloss geöffnet.

Der Engel sitzt im zweiten Stock: Die Malerin Kathrin Geller, die ein Atelier bei Schleswig betreibt, malt nicht nur engelsgleiche Bilder in üppigen Formaten, sie hat auch ihren Stand im Eutiner Schloss engelsgleich gestaltet und sieht selbst aus wie ein Rauschgoldengel. Alles ist in Weiß, Silber und Gold gehalten, die einzige dunkle Note verleihen dem Stand die mit Schokolade überzogenen Dominosteine im Konfektschälchen. „Es ist hier von der Atmosphäre her sehr ansprechend“, sagt Kathrin Geller über die „Werkstatt der Engel“ im und am Eutiner Schloss und im Saal der Schlossterrassen, die gestern ihre Pforten öffnete.

Der Kunsthandwerker-Markt mit über 90 Ausstellern bietet ein sehr umfangreiches Sortiment. Schmuck, Kaschmirdecken, Leinenkleidung, Filzhüte und -puschen, Weihnachtskrippen, Schmuck, Seifen, Korbwaren, Holzarbeiten, Kunstpostkarten, Antiquitäten, Babykleidung. In der alten Schlossküche duftet es nach Käse, der von Bio- und Demeterhöfen in Schleswig-Holstein kommt. Daneben werden Apfelpunsch und küchenfertige Gänse, Honig und Marmeladen angeboten.

Den größten Raum aber nimmt das Kunsthandwerk ein. Ganz hinten im zweiten Obergeschoss des Schlosses kommt es besonders bunt daher. Dort hat der Senegalese Samba Camara aus Oldenburg in Oldenburg seinen Stand. Neben afrikanischem Kunsthandwerk bietet er Recycling-Kunst an. Und was für tolle. Ganz besondere Stücke sind aus Kronkorken gefertigte Sessel, die bisher exklusiv von Camaras Landsmann Baba Diawara gefertigt werden und aus Afrika über den Umweg Oldenburg nach Eutin gelangt sind. Die farbenfrohen Möbelstücke haben bereits die Germanistin Auma Obama, die Schwester des amerikanischen Präsidenten, begeistert, die sie in Bremerhaven gesehen hat. „Sie hat sogar 15 Untersetzer aus Kronkorken gekauft. Davon liegt jetzt vielleicht einer im Weißen Haus“, erzählt Camara.

Aus einer ganz anderen Ecke der Welt kommen die großformatigen Decken, die Ferdinande Bergmann aus dem Sauerland im Erdgeschoss des Schlosses anbietet. „Die Decken werden exklusiv für mich im indischen Kaschmir hergestellt“, berichtet Bergmann. Sie ist selbst dorthin gereist, um einen Künstler zu finden, der helle Decken nach ihren Wünschen webt. Das besondere dabei: Die Decken haben zwei Seiten – eine Sonntagsseite und eine Montagsseite, wie Bergmann sagt.